IG Metall Rosenheim fordert Zukunf für die Alzmetall Der Tarifkonflikt bei der Alzmetall GmbH & Co. KG spitzt sich weiter zu.

1. Warnstreik in der Tarifauseinandersetzung ist erfolgt!

Warnstreik Alzmetall

30. September 2026 30. September 2026 |
Aktualisiert am 7. Oktober 2026 7. Oktober 2026


Der Tarifkonflikt bei der Alzmetall GmbH & Co. KG spitzt sich weiter zu. Nachdem die Geschäftsführung den bestehenden Tarifvertrag gekündigt hat, legte sie in der jüngsten Tarifverhandlung Forderungen vor, die aus Sicht der IG Metall erhebliche Verschlechterungen für die Beschäftigten bedeuten würden. Gleichzeitig stellte die Arbeitgeberseite einen Zusammenhang zwischen diesen Einschnitten und dem Erhalt von rund 25 Arbeitsplätzen her. 

Die IG Metall verweist in diesem Zusammenhang auf die außergewöhnlichen Beiträge, die die Beschäftigten bereits in den vergangenen zwei Jahrzehnten zur Sicherung des Standorts geleistet haben. Eine Auswertung der Tarifverträge und Sanierungsvereinbarungen seit 2004 zeigt: Ein langjähriger Beschäftigter hat rechnerisch rund 3.000 zusätzliche Arbeitsstunden ohne entsprechenden Entgeltausgleich erbracht. Das entspricht rund 86 Arbeitswochen oder knapp zwei Jahren Vollzeitarbeit. Hinzu kommen verschobene Tariferhöhungen, reduzierte Sonderzahlungen sowie der Verzicht auf tarifliche Leistungen wie das Tarifliche Zusatzgeld. 

„Die Beschäftigten haben in den vergangenen 20 Jahren immer wieder Verantwortung für den Standort übernommen. Sie haben länger gearbeitet, auf Einkommen verzichtet und zahlreiche Sonderregelungen mitgetragen. Was bis heute fehlt, ist ein überzeugendes Zukunfts- und Investitionskonzept der Unternehmensleitung“, erklärt Florian Bauer, 1. Bevollmächtigter der IG Metall Rosenheim. Nach den Vorstellungen des Arbeitgebers soll unter anderem die Tariferhöhung für das Jahr 2027 entfallen. Darüber hinaus sollen Weihnachts- und Urlaubsgeld künftig vollständig vom Unternehmenserfolg abhängig gemacht werden. Bislang besteht zumindest ein garantierter Anspruch auf 50 Prozent dieser tariflichen Leistungen, die anderen 50% wurden seit 2018 nicht mehr ausbezahlt. „Wer nach jahrzehntelangen Zugeständnissen erneut Verschlechterungen verlangt, muss erklären können, warum die bisherigen Beiträge der Beschäftigten nicht ausgereicht haben. Die Kolleginnen und Kollegen haben ihren Teil geleistet. Jetzt ist die Unternehmensleitung in der Verantwortung“, so Bauer weiter.

Seit eineinhalb Jahren fordern Betriebsrat und IG Metall nach eigenen Angaben verbindliche Aussagen zur Zukunft des Standorts und zu den geplanten Investitionen. „Wir haben als Arbeitnehmerseite nicht nur Forderungen gestellt, sondern konkrete Vorschläge für die Zukunft des Standorts eingebracht. Statt über Investitionen, Innovationen und Beschäftigungssicherung zu sprechen, sollen nun erneut die Beschäftigten die Rechnung bezahlen“, erklärt Enrico Böttcher, Betriebsratsvorsitzender bei Alzmetall und Mitglied des Verhandlungsteams.

Auch die IG Metall Bayern kritisiert die aktuellen Forderungen des Unternehmens. „Die Beschäftigten dürfen nicht zum permanenten Sanierungsinstrument des Unternehmens werden. Wer Arbeitsplätze und tarifliche Standards gegeneinander ausspielt, schafft keine Perspektive für die Zukunft. Notwendig sind Investitionen, Innovationen und ein belastbares Zukunftskonzept für den Standort Altenmarkt“, erklärt Annemarie Sedlmair von der IG Metall Bayern.

Die IG Metall fordert die Geschäftsführung auf, die Verhandlungen konstruktiv fortzuführen, auf weitere Verschlechterungen zulasten der Beschäftigten zu verzichten und kurzfristig ein konkretes Zukunfts- und Investitionskonzept vorzulegen.

„Die Bereitschaft der Beschäftigten, ohne eine verbindliche Perspektive immer neue Opfer zu bringen, ist erschöpft. Wer den Standort sichern will, muss endlich darlegen, wie die Zukunft des Unternehmens aussehen soll. Genau darauf warten die Beschäftigten seit Jahren“, betont Bauer.